Mittwoch, 17. Februar 2016

Obergrenze - "Alles schon mal dagewesen"

...das war die These unserer Lateinlehrer, und vielleicht sollte man da die gegenwaertigen Politker und politischen Anfuehrer mal dran erinnern. Denn wenn die, was meistens anzunehmen ist, auch mal Abitur gemacht haben, dann hatten sie auch Latein als Pflichtfach, und ihre Lehrer werden es ihnen gesagt haben!

Da wurde ich heute dran erinnert, als ich eine Sendung des “Hart aber Fair” mit dem Herrn Plasberg aud Deutsche Welle verfolgte. Thema: Europaeische Fluechtlingspolitik und die Postition der Kanzelerin Merkel und die Obergrenze (ein Begriff, den ich frueher nur im Zusammenhang mit Koerpeabmessungen verbandte).

Ja, wie gesagt: Schon mal dagewesen.

Vor fast 200 Jahren war es der Limes, dessen Ueberreste ja in unserer Gegend vielerorts noch sichtbar sind, und vor etwa 65 Jahren war es der Wildschweinzaum um die Gemeinde Weiten-Gesaess herum. Nach dem Kriegsende konnten die deutschen Jaegerer nicht mehr schiessen, weil sie keine Waffen mehr fuehren durften, und den Wilderern war die Munition ausgegangen. Die Wildschweine sagten sich dann, jetzt koennen wir endlich mal ungehindert uns auf den Feldern der Bauern bedienen und uns ordentlich vermehren, was sie beides mit grosser Lust und grossem Erfolg taten. Die Bauern versuchten sich zu wehren, haultsaechlich indem sie nachts sich neben ihre Felder hockten und mit Karbidkanonen, aus Blechgdosen gebastelt, diese Schweine, vedammte Schweine nochmal, abzuschrecken versuchten. Auch Fallen wurden gebaut – so wie Fallgruben an den Luecken des Eulbacher Wildparkzauns und mit Falltoren versehenene, fort-aehnliche Umzaenungen, so wie auf der Litzerthoehe.

Ja, mit diesen Massnahmen sah es im Odenwald damals so aus, wie es jetzt mit dem Fluechtlingsproblem in der Europaeischen Union vor ein paar Monaten aussah: Die Massnahmen genuegten nicht. Und dann kam jemandem in Weiten-Gesaess eine grosse Idee – lasst uns einen Zaun bauen (vielleicht war das Idee eines ungarischen Fluechtlings im Dorf)! Einen Zaum ums ganze Dorf herum. Und die Buerger beschafften sich Stacheldraht, schlugen kleine Baeumchen um fuer die Pfosten, und Arbeitsgruppen bauten einen dreistraehnigen Stacheldrahtzaum ums ganze Dorf herum. Ja, das hatte kurzzeitige Wirkung, denn die Wildschweine mussten sich dann was einfallen lassen, um an die baeuerlichen Felder zu gelangen. Ich weiss noch, wie wir an den Drahtstacheln die Wildschweinborsten einsammelten – und die waren dann Beweis dafuer, dass die Schweine, die verdammten, sich oft durch den Zaun durchdrueckten und dabei leicht einige Kratzer und Schrammen in Kauf nahmen. Innerhalb von 2 Jahren oder so wurden die unbehandelten Pfosten morsch, und die Schweine drueckten sie um. Aber gleichzeitig gabs wohl auch andere Aenderungen im Land – denn die Jaeger durften wieder schiessen, und die Wilderer konnten wieder Munition kaufen. Und so wurden die Wildschweine schliesslich in Schach gehalten.

Koennte man daraus was fuer Europa lernen? Dass vielleicht Zaeune nicht helfen? Dass alles vielleicht wieder gut wird, oder sogar besser?

Apropos Wildschweine: Die sind inzwischen auch ein Problem in Kanada, in Saskatchewan, wo einige Bauern anfingen europaeische Wildschweine zu zuechten, dann aber die Zaeune nicht solide genug bauten und damit einige in die Freiheit entliessen, wo die sich dann gluecklich vermehrten, ausbreiteten und eine Pest fuer die Bauern selbst wurden. Nun machen manche daraus eine Tugend und bieten Wildschweinjagden an, das Jahr ueber mit Buechse oder Pfeil und Bogen. Ich werde das mal dieses Jahr versuchen, vielleicht mit einer Steinschleuder! Denn ich moechte gerne Wildschein in der Gefriertruhe haben.

Image result for saskatchewan wild boar images


Ceterum censeo, dass Zaeune nicht helfen und der Begriff Obergrenze wieder fuer Koerpermessungen reserviert bleiben soll. Ihr schafft das schon!

Waidmannsheil!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen